Energetische Innovationen an Glasfassaden unter dem Einfluss von Bauwerksverformungen am Beispiel der ETA Fabrik.

Beschreibung
Die thermische Aktivierung der Gebäudestruktur inklusive dessen Hülle zur Gewinnung, Speicherung und Verteilung von Energie kann einen entscheidenden Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz von Produktionsstätten unter Ausnutzung von Synergieeffekte aus der Anlagen- und Gebäudetechnik leisten. Damit gehen, je nach statischem System der aktivierten Struktur, deutlich größere Verformungen einher, die beim Anschluss von Vorhangfassaden an den umgebenden Baukörper berücksichtigt werden müssen. Bereits gewöhnliche Bauwerksverformungen haben einen erheblichen Einfluss auf die Fassadenkonstruktionen und deren Befestigungselemente. Darüber hinaus bestehen hohe Anforderungen an den maximalen Lichteintrag in ein Produktionsgebäude sowie an den Wärmeschutz.
Im Rahmen des Forschungsbauprojektes ETA-Fabrik wurden diese Anforderungen bei einer Pfosten-Riegel- und einer Element-Fassade mit dem gewünschten architektonischen Erscheinungsbild in Einklang gebracht.

Kurzbeschreibung Primärtragwerk

  • Einheitlicher Aufbau der Gebäudehülle in Hallenlängsrichtung im Wand- und Dachbereich
  • 3,0 m breite PI-plattenförmige Stahlbetonfertigteile als Tragstruktur und innerer Gebäudeabschluss mit 70 cm Querschnittshöhe im Wandbereich und maximal 150 cm Querschnittshöhe im Firstbereich des Dachs
  • Thermisch aktiviert durch oberflächennahe Kapillarrohrmatten
  • 30 bis 40 cm starke Dämmschicht aus mineralisiertem Schaum
  • 5,5 cm dicke Fassaden- und Dachplatten aus mikrobewehrtem ultra-hochfestem Beton
  • Thermisch aktiviert durch zentrische Kapillarrohrmatten
  • Rahmenähnliche Tragwirkung in Hallenquerrichtung
  • Querkraftgelenke im Übergang von Wand- zu Dachelement zur Aufnahme der großen horizontalen Verformungen aus thermischer Aktivierung von maximal +/- 30 mm

Kurzbeschreibung Bürofassade

  • Geschossweise Pfosten-Riegelfassade in Structural-Glazing Optik
  • Systemgeber der Pfosten und Riegel: SCHÜCO
  • Unterkonstruktion aus Aluminium mit maximalen Abmessungen von b / h = 60 / 125 mm
  • Verwendung eines speziell geteilten Riegelprofils zur Erreichung der geforderten Längsschalldämmmaße von  RL,w,R = 55 dB
  • Glashersteller: OKALUX
  • 2-fach Sonnenschutzisolierverglasung, teilweise als opake „Architecutral Insulation Modules“ ausgeführt, in Teilbereichen absturzsichernd
  • Wärmedurchgangskoeffizient der Fassade im Gesamten: Uf = 1,4 W / mK
  • Gesamtenergiedurchlassgrad: g = 0,27

 

Kurzbeschreibung Hallenfassade

  • Frei zu überspannendes Hallenprofil ca. 19,0 m x 10,5 m ohne tragende Zwischenstrukturen
  • 3-fach gegliederte Elementfassade in Structural-Glazing Optik auf geschosshoher Unterkonstruktion
  • Selbstaussteifende Unterkonstruktion aus pulverbeschichtetem Baustahl mit maximalen Abmessungen von b / h = 100 / 300 mm
  • Systemgeber Elementfassade: SCHÜCO
  • Glashersteller: OKALUX
  • 2-fach Sonnenschutzisolierverglasung, teilweise mit integrierten Lichtlenklamellen
  • Parametrische Fassade im unteren Fassadenabschnitt als weltweit erstmalig ausgeführter Prototyp
  • Wärmedurchgangskoeffizient der Fassade im Gesamten: Uf = 2,27 W / mK
  • Gesamtenergiedurchlassgrad: g = 0,32

 

Verantwortlicher
Dipl.-Ing. Andreas Maier